
Wir alle lieben unseren Backofen – schließlich bringt er die Brötchen zum Duften, zaubert aus Rührteigen fluffige Kuchen und gart den saftigen Braten genau auf den Punkt. Aber wehe, der Ofen braucht eine Reinigung! Dann kehren wir der verglasten Klappe gerne mal den Rücken zu und schieben die Sache mit der Backofen-Glanzkur auf die lange Bank. Dabei hat die Verzögerungstaktik meist nur einen Grund: Wir wissen nicht, wie wir die Reinigung am besten bewältigen sollen. Einige Öfen haben eine Pyrolyse-Funktion – aber ist die wirklich gut? Dann gibt es ja auch noch die guten alten Hausmittel … oder doch lieber eine chemische Keule? Damit Sie in diesem Wirrwarr einen Überblick bekommen, zeigen wir Ihnen jetzt, welche Reinigungsmethoden wirklich etwas taugen.
Ist ein Backofen mit Pyrolyse sinnvoll?
Bei einem Backofen mit Pyrolyse-Funktion passiert Folgendes:
Der Ofen erhitzt sich extrem stark (bis zu 500 °C). Fett, Essensreste und Verkrustungen verbrennen bei dieser Hitze entweder komplett oder zerfallen zu Asche. Nach dem Vorgang müssen Sie die Asche nur noch auswischen und der Ofen ist wieder sauber.
Klingt erst einmal nach einer prima Arbeitserleichterung. Doch was sind die Nachteile von Pyrolyse?
- Die große Hitze verbraucht viel Energie. Pro Pyrolyse-Nutzung müssen Sie je nach Strompreis mit bis zu 2 Euro rechnen.
- Ein Gerät mit Pyrolyse-Funktion kostet in der Anschaffung deutlich mehr als ein Gerät ohne diese Reinigungsmöglichkeit.
- Wo Verkrustungen und Fett verbrannt werden, da riecht es auch entsprechend. Nach dem Pyrolyse-Einsatz müssen Sie diesen unangenehmen Geruch in Ihrer Küche erst einmal wieder loswerden.

Diesen Nachteilen stehen jedoch auch eine Menge Vorteile gegenüber:
- Scharfe Reiniger sind mit Pyrolyse Geschichte! Das Programm funktioniert ganz ohne chemische Zusätze.
- Mit Pyrolyse sparen Sie viel Zeit. Sie müssen Ihren Ofen nicht mehr aufwendig mit Reinigern einweichen und die Wartezeiten entfallen. Der Selbstreinigungsmechanismus arbeitet von allein, während Sie etwas anders machen können.
- Gleichzeitig müssen Sie sich nicht mehr anstrengen, um den Backofen zu reinigen – was normalerweise meist sehr schweißtreibend ist.
- Die Kosten für Reinigungsmittel entfallen. Ob sich die Kosten für die Pyrolyse und jene für die Reiniger gegenseitig aufheben, hängt von der Nutzungshäufigkeit ab.

Für stark verschmutzte Öfen oder wer sich das Putzen sparen will → Hier ist Pyrolyse sehr sinnvoll.
Wenn Sie selten kochen oder den Ofen ohnehin regelmäßig leicht reinigen → Hier ist Pyrolyse eher unnötig.
Wie schalte ich die Pyrolyse ein?

Prüfen Sie zunächst in der Bedienungsanleitung, ob es Teile gibt, die die starke Hitze der Pyrolyse nicht überstehen.

Entnehmen Sie alle Elemente, die nicht so stark erhitzt werden dürfen und schließen Sie den Ofen wieder.

Wählen Sie das Pyrolyse-Programm des Backofens aus. Die Aktivierung ist je nach Modell unterschiedlich.

Lassen Sie die Tür während der Programmlaufzeit unbedingt geschlossen (falls diese nicht ohnehin verriegelt wird).

Wischen Sie abschließend die verbliebene Asche mit einem feuchten Tuch weg und trocknen Sie alles gut ab.
Gut zu wissen: Die Pyrolyse braucht je nach Backofenmodell 1-3 Stunden Zeit.

Wie oft darf man Pyrolyse nutzen?
Eine Obergrenze für die Nutzung gibt es nicht. Der Küchengerätehersteller NEFF empfiehlt, die Pyrolyse-Funktion 2-3 Mal im Jahr einzusetzen, damit der Backofen sauber bleibt. In der Regel ist der Ofeninnenraum jedoch schon deutlich schneller verschmutzt. Wir empfehlen Ihnen daher, die Pyrolyse einfach immer dann zu verwenden, wenn es wirklich nötig ist – und nicht einem pauschalen Rhythmus zu folgen.
Wichtig ist: Je öfter Sie das Programm einschalten, desto teurer wird die Stromrechnung. Falls Sie die Funktion sogar wöchentlich nutzen möchten, könnten allein dafür jährlich bis zu 100 Euro an Stromkosten entstehen.
Wie kann ich meinen Backofen mit Hausmitteln reinigen?
Das funktioniert am besten über heiße Dämpfe – entweder mit einer Mischung aus Essig und Backpulver oder mit Zitronensaft. Und so geht’s:
Den Backofen mit Essig und Backpulver reinigen
Sie brauchen:
- 2-3 kleine Päckchen Backpulver
- 150 ml Wasser
- 5 EL Essigessenz
Mischen Sie die drei Zutaten miteinander und füllen Sie den Brei in eine Auflaufform oder feuerfeste Schale. Stellen Sie die Mischung bei 100 °C für eine Dreiviertelstunde in den Ofen. Die Dämpfe lösen Verbranntes, das am Innenraum des Ofens klebt, sodass es anschließend einfach feucht wegwischen können.


Den Backofen mit Zitronensaft reinigen
Sie brauchen:
- 150 ml Wasser
- 2 Zitronen
Pressen Sie die Zitronen aus und geben Sie den Saft in das Wasser. Stellen Sie dies jetzt bei 120 °C für 60 Minuten in den Ofen. Auch hier lösen die Dämpfe verbrannte Rückstände, die am Innenraum des Ofens haften. Wischen Sie den Ofen anschließend mit einem feuchten Tuch aus.
WICHTIG: Sämtliche Haushelfer funktionieren nur bei leichten (!) Verschmutzungen. Für hartnäckige Verkrustungen und Eingebranntes haben wir eine bessere Methode, die wirklich Wirkung zeigt. Doch die erfahren Sie erst, wenn bis zum Ende lesen.
Backofenreinigung mit Chemie – ja oder nein?
Ein typischer Weg, um den Backofen zu reinigen, ist der Einsatz von Backofenspray und Frischhaltefolie. Hierfür müssen Sie alle Bleche, Gitter und Halterungen aus dem Ofen entfernen und den Innenraum einsprühen. Decken Sie anschließend alles mit Frischhaltefolie ab, damit das Spray in Ruhe einwirken kann. Sie sollten den Ofen jetzt für etwa 10 Stunden geschlossen halten. Entsorgen Sie danach die Folie und wischen Sie den Ofen aus.
| Vorteile der Reinigung mit Backofenspray gegenüber Pyrolyse | Nachteile der Reinigung mit Backofenspray gegenüber Pyrolyse |
| – keine Stromkosten während der Reinigung – geringere Anschaffungkosten beim Ofenkauf | – das Spray reizt die Atemwege – die Küche und der Ofen riechen nach Chemie – nach der langen Einwirkzeit müssen Sie immer noch ordentlich schrubben – weniger sauber als nach einer Pyrolyse-Reinigung |
Die Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile spricht für sich. Wenn Sie einen Backofen ohne Pyrolyse besitzen, reinigen Sie ihn lieber mit Hausmitteln anstatt mit Chemie. Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken!
Eingebrannte Verkrustungen im Backofen – so verschwinden sie wirklich!
Seien wir ehrlich: Hartnäckige Verschmutzungen lassen sich fast nie mit einfachen Hausmitteln oder mit der chemischen Keule entfernen. Dafür sitzen sie einfach viel zu fest und sind schlichtweg eingebrannt. Doch die Lösung ist denkbar einfach: Nutzen Sie einen Ceranfeldschaber! Mit diesem Tool kratzen Sie die Rückstände verlässlich weg und können sich danach über eine blanke Backofenwand freuen.
Unserer Erfahrung nach ist eine Kombination aus Ceranfeldschaber und Hausmitteln der beste und natürlichste Weg, um den Ofen wirklich sauber zu bekommen.

Häufig gestellte Fragen:
Ist Pyrolyse sinnvoll?
Wer nicht so häufig kocht und den Ofen regelmäßig per Hand reinigt, kann auf die Anschaffung eines teuren Geräts mit Pyrolyse verzichten. Bei Hobby-Köchen, die ihren Backofen häufig nutzen, lohnt sich Pyrolyse durchaus.
Wie schalte ich die Pyrolyse ein?
Entnehmen Sie alle losen Teile aus Ihrem Backofen (Bleche, Gitter, Halterungen). Schalten Sie jetzt die Pyrolyse-Funktion ein (separates Programm). Lassen Sie die Ofentür während der Pyrolyse unbedingt geschlossen.
Mit welchen Hausmitteln kann ich meinen Backofen reinigen?
Hierfür eignen sich vor allem Zitronensaft, Backpulver und Essig. Zwei „Rezepte“ für eine ideale Mischung finden Sie weiter oben.
Soll ich meinen Backofen mit Chemie reinigen?
Viele chemische Mittel reizen die Atemwege und die Küche riecht nach dem Gebrauch stark danach. Wir empfehlen Ihnen die Möbel Heinrich Küchenreiniger. Diese Reinigungsmittel haben einen angenehmen Duft und sorgen für eine blitzblanke Küche.
Wie kann ich einen stark verschmutzten Backofen reinigen?
Der Geheimtipp lautet: Ceranfeldschaber! Damit lösen Sie jede noch so eingebrannte Kruste von der Ofenwand.
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Verfasst aus unserem Team von
Melina
Melina ist seit Oktober 2023 eine der Stimmen unseres Online-Magazins. Als Content-Spezialistin arbeitet sie eng mit unseren erfahrenen Einrichtungsberatern zusammen und übersetzt deren Fachwissen in inspirierende Artikel und nützliche Tipps für Ihr Zuhause. In ihrer Freizeit ist sie meist auf dem Rad oder im Wald beim Geocaching unterwegs.







