Clevere Farbgestaltung in Wohnräumen

Beitrag vom 25. Mai 2022

Farbgestaltung im Schlafzimmer: Eine blaue Wand und ein Polsterbett.

Weiße Innenräume sind ein zeitloser Klassiker: Sie verleihen Wänden eine saubere edle Optik und sind vielseitig einsetzbar, da sie mit jeder Möbelfarbe kombiniert werden können. Weiß passt in jedes Zuhause! Aber eine persönliche individuelle Note lässt sich mit einer einfarbig-weißen Farbgestaltung nicht erreichen. Bringen Sie doch etwas mehr Farbe in Ihr Heim! Allerdings sollten Sie nicht einfach mit Ihrer Lieblingsfarbe drauflos pinseln, sondern sich vorab Gedanken über die Raumgröße und die Farbwirkung machen.

Die Farbgestaltung und der Raum müssen zueinander passen

Die Proportionen eines Raumes lassen sich durch Farben optisch beeinflussen: Räume können größer wirken, hohe Decken herunterkommen, enge Wände auseinanderrücken, Zimmer mit wenig Tageslicht wirken mit den richtigen Farben freundlicher und schlauchartige Flure lassen sich optisch verkürzen.

Für die einzelnen Raumtypen gelten pauschal folgende Regeln für die Farbgestaltung:

  • Kleine Räume: Vorsicht bei dunklen Farben! Dadurch wirkt der Raum dunkler und vor allen Dingen noch kleiner. Helle Farben sorgen dafür, dass das Licht reflektiert wird und dadurch eine optische Weite geschaffen wird. Zudem wirken Zimmer in hellen Farben freundlicher.
  • Große Räume: Wenn Sie dunkle, warme Farben verwenden, rücken die Wände optisch näher zusammen. Dadurch erscheinen große Räume gemütlicher.
  • Niedrige Räume: Mit einem hellen Deckenanstrich wirken niedrige Räume höher. Diese Wirkung wirkt verstärkt, wenn Sie die helle Zimmerdecke mit einem dunklen Fußboden kombinieren.
  • Hohe Räume: Ein Raum wirkt niedriger, wenn Sie die Zimmerdecke mit einer dunklen Farbe streichen. Die Farbe holt die Decke optisch ein Stück herunter. Wenn der Farbanstrich auch noch einige der oberen Zentimeter der Wände miteinschließt, verstärkt sich dieser Eindruck noch mehr.
  • Flure und andere schlauchartige Räume: Streichen Sie die Vorderwand des Raumes in einer hellen Farbe, wird dieser Raum gestreckt. Entscheiden Sie sich für einen dunklen Farbton der Wand, wird der Raum verkürzt. Zudem können Sie auch mit der richtigen Einrichtung Ihren Flur größer wirken lassen.
Farbpinsel in verschiedenen Farben: rot, lila, grün und türkis.

Unser Tipp: Passen Sie bei der Verwendung von Kontrastfarben auf! Sie sind sehr gut geeignet, um Akzente zu setzen. Aber sie können bewirken, dass ein Raum eher unruhig und aggressiv wirkt.


Was machen Farben aus Räumen und mit unserer Psyche?

Selbstverständlich sollten Sie sich bei der Wandgestaltung nur für Farben entscheiden, die Ihnen wirklich gefallen. Unterschätzen Sie dabei aber nicht die farbpsychologischen Auswirkungen. Manche Farben strahlen Ruhe und Entspannung aus oder fördern die Konzentration, andere Farben wiederum sorgen gerade auf einer großen Fläche für Unruhe oder wirken bedrückend. Bei der Farbgestaltung von Innenräumen geht es nicht nur darum, was gefällt und zum Interior passt, sondern auch darum, welches Flair in einem Raum entstehen soll.

  • Violett steht für Spiritualität, Mystik und seelisches Gleichgewicht. Zu dunkle lila-Töne können bedrückend wirken, je heller der Farbton ist, desto mehr Wände in einem Raum können in violett gestrichen werden. Generell wird dieser Farbe die Förderung der Konzentration und eine eher beruhigende Wirkung zugesprochen.
  • Rot als die Farbe für Liebe und Leidenschaft steht für Energie, Dynamik und das Leben. Rote Räume erscheinen in der Regel wärmer als die tatsächliche Raumtemperatur ist. Die Farbe kann allerdings auch Unruhe auslösen und aggressiv machen, was bei einem komplett rot gestrichenen Raum der Fall ist. Deshalb sollte nur eine Wand rot gestrichen oder rote Deko eingesetzt werden, wenn die Farbe positiv anregend wirken soll.
  • Rosa gilt als romantisch, zart und verspielt und bringt Sanftmut in die Wohnung. Rosa Räume erscheinen größer, heller und freundlicher. Die Farbe gilt inzwischen nicht mehr als reine Mädchenzimmer-Farbe, sondern kann durchaus auch dazu verwendet werden, um im Wohn- oder Schlafzimmer Akzente zu setzen.
  • Pink lässt Räume warm und lebendig wirken. Die Farbe steht für Lebensfreude und Energie. Zimmer werden optisch durch pinke Wände verkleinert. Pinke Akzente eignen sich jedoch sehr gut, um farbliche Hingucker zu schaffen.
  • Orange gilt als Farbe für Lebensfreude und Optimismus. Sie zählt als fröhlicher Stimmungsaufheller, der dunkle Räume warm und freundlich erscheinen lässt. Großen Zimmern verleiht Orange Gemütlichkeit, da sie Ihnen die Weite nimmt.
  • Gelb wird mit der Sonne in Verbindung gebracht und strahlt Fröhlichkeit und Freude aus. Die Farbe fördert zudem die Konzentration. Kleine Räume wirken größer und lichtarme Räume erscheinen freundlich und hell.
  • Grün weckt Assoziationen zur Natur und bewirkt Ruhe, Sicherheit und Kreativität. Grün beeinflusst die persönliche Stimmung positiv und weckt die Lust auf Neues. Obwohl die Farbe eher kühl wirkt, besitzen Zimmer mit grünen Wänden einen Wohlfühlcharme. Besonders als helles, frisches Grün sorgt diese Farbe für gute Stimmung und Ausgeglichenheit.
  • Blau ist die Farbe des Himmels und des Wassers. Sie steht für Freiheit und Licht. Kleine Räume lassen sich mit hellen Blautönen optisch vergrößern. Ein blauer Raum strahlt Ruhe und Entspannung aus. Zimmer in Blautönen werden häufig einige Grade kühler empfunden als sie tatsächlich sind.
  • Weiß steht für Reinheit, Klarheit und Unschuld. Weiß lässt dunkle Räume viel heller erstrahlen, da einfallendes Licht reflektiert wird. Allerdings können weiße Räume sehr steril wirken, wenn keine farbigen Wohnaccessoires vorhanden sind.
  • Braun wird vor allen Dingen mit der Erde assoziiert. Dunkle Brauntöne wirken beruhigend, helle eher belebend. Braun kann Räume rustikal oder gemütlich wirken lassen. Außerdem bietet diese Farbe die perfekte Basis für die Kombination mit kräftigen Tönen. Pinke oder grüne Dekoartikel setzen beispielsweise auffällig-schöne Highlights.
  • Grau zählt als Farbe der Neutralität und Zurückhaltung. Gleichzeitig steht sie für eine zeitlose Eleganz und hat sich in den letzten Jahren zu einer absoluten Trendfarbe entwickelt. Den Farbton des Graus sollten Sie an die Räumlichkeiten anpassen. Je kleiner das Zimmer, desto heller sollte der Grauton sein. Auch kräftige Farben wie Pink und Grün lassen sich hervorragend mit Grau kombinieren und betonen die Eleganz der Farbe.
  • Schwarz steht als Farbe der Dunkelheit für Trauer, Schuld und Macht. Schwarze Räume wirken dunkler, enger und bedrückend. Geschickt und sparsam eingesetztes Schwarz kann in sehr großen Räumen jedoch ein schönes Ambiente entstehen lassen.

Unser Tipp: Farben wirken je nach Änderung der Lichtverhältnisse völlig unterschiedlich. Wenn Sie sicher sein wollen, dass Ihnen die frischgestrichene Wand in den eher dunkleren Abendstunden genauso gut gefällt wie am Morgen bei Sonnenschein, dann streichen Sie vorab ein Holzpaneel und lassen es einige Tage in dem Raum stehen. Auch nach dem Streichen der Zimmerwände, können sie durch das bewusste Einsetzen diverser Lichtquellen, die Wirkung von Farben verändern und gemütliche Ecken erzeugen. Außerdem sollten Sie berücksichtigen, dass eine Farbe auf einer kompletten Wand oft anders als auf einer kleinen Fläche wirkt.


Welche Farben passen zu welchen Räumen?

Die einzelnen Zimmer in einer Wohnung besitzen unterschiedliche Funktionen und deshalb bietet es sich an, die Räume auch in verschiedenen Farben zu streichen. Das gesamte Interior muss in sich stimmig sein. Unabhängig davon, dass die Möbel zur Wandfarbe passen sollten, sollten Farbe & Farben zu Funktion eines Raumes passen und diese durch die Farbwirkung unterstützen.

  1. Farbgestaltung für das Wohnzimmer: Das Wohnzimmer bildet in der Regel den Lebensmittelpunkt. Hier wird viel Zeit mit dem Partner, der Familie oder Freunden verbracht. Eine schöne Wohlfühlatmosphäre können Sie mit warmen Braun- oder Beige- Tönen schaffen. Hierzu passen als zusätzliche Farbakzente Grün, Rot oder Beerentöne. Dabei sollten Sie aber unbedingt auf eine ausgewogene Farbkombination achten. Auch Orange oder Gelb sind je nach den vorhandenen Möbeln gut für die Wandgestaltung im Wohnzimmer geeignet.
  2. Farbgestaltung Schlafzimmer: Das Schlafzimmer dient in erster Linie zur Entspannung und zum Abschalten. Blautöne oder ein helles Grün sind dafür geradezu ideal. Wer bunte Farben weniger mag, kann ähnliche Effekte mit Beige oder einem erdigen Braunton erzielen.
  3. Farbgestaltung Küche: Die Wandfarbe der Küche sollte unbedingt zu den Küchenmöbeln passen, da diese in der Regel über einige Jahre genutzt werden. Bei einer eher puristisch gehaltenen Kücheneinrichtung können intensive Farben wie Bordeaux, Petrol oder ein kräftiges Blau die Raumgestaltung bereichern. Eine helle Küche in Verbindung mit Türkistönen bei der Wandfarbe schafft eine karibische Stimmung. Für Vitalität sorgen helle Grüntöne.
  4. Farbgestaltung Esszimmer: Das Esszimmer dient oft auch als repräsentativer Raum, in dem Gäste empfangen werden. Dafür bieten sich warme, harmonische Farben wie Gelb, Rot oder OrangeSt besonders an. Rot regt zudem auch den Appetit an. Auch aus diesem Grund sind die Innenräume in Restaurants häufig in Rot gestrichen.
  5. Farbgestaltung schmaler Flur: Meistens sind Flure nicht als Räume zum Verweilen gedacht, sondern eher funktional eingerichtet. Helle Farben wie Weiß, Beige, Creme oder Gelb sind Farben, die sich gut für den Flur eignen. Kühlere Farben wie Mittelblau oder Hellgrau passen aber ebenfalls sehr gut. Gerade bei sehr engen Fluren sind helle Blautöne die optimale Wandfarbe, da sie den Raum größer und luftiger erscheinen lassen.
  6. Farbgestaltung Arbeitszimmer: Seit der Pandemie wird das Homeoffice zunehmend wichtiger und es wird mehr in die Einrichtung der Arbeitszimmer investiert. Farben wie Gelb, Grün oder Türkis unterstützen die Konzentration. Ruhiger ist ein neutrales Grau, das gefühlt auch weniger von der Arbeit ablenkt.
  7. Farbgestaltung Bad: Auch im Badezimmer lässt sich durch die Farbgestaltung ein unterschiedliches Ambiente erzeugen. Blau und Türkis hinterlassen einen frischen, hygienischen Eindruck. Beige, Braun oder ein helles Grün verleihen Ihrem Bad ein Wellness-Feeling. Elegant und modern wirkt ihr Bad mit Farbtönen wie Grau und Anthrazit und einem Bordeaux-Rot, mit dem Sie farbliche Akzente setzen.
Farbgestaltung in grün und weiß: Grüne Wand in einem Wohnschlafraum mit Bett, einem Tisch und zwei Stühlen.

Unser Tipp: Damit Räume nicht zu einheitlich wirken, sollten Sie sich nicht auf eine Farbe festlegen, sondern eine Hauptfarbe und ein bis zwei Nebenfarben wählen.


Tipps und Trends für die Farbgestaltung aus der Praxis

Mit einer Farbgestaltung ist es zusätzlich zum Einrichtungsstil möglich, dem Zuhause einen ganz eigenen individuellen Charakter zu verleihen. Aber als Heimhandwerker kann man dabei auch viele Fehler machen, wenn Farben nicht miteinander harmonieren, die Farbwirkung nicht den Erwartungen entspricht oder die Farbe nicht zur Einrichtung passt. Deshalb kann es sinnvoll sein, professionelle Unterstützung zu engagieren, anstatt selbst zu Farbeimer und Pinsel zu greifen.

„Dadurch, dass die Menschen mehr Zeit daheim verbringen, wird inzwischen mehr Wert auf ein schön gestaltetes Zuhause gelegt. Es wird mehr investiert als vor der Pandemie. Die Auftragsbücher sind voll und es muss viel im Voraus geplant werden, um Handwerker zu beauftragen“, berichtet Malermeister Florian Strauß, vom Malereibetrieb Müller & Weißling aus Bad Münder. „So sind beispielsweise Farbgestaltungen mit individuellen Effektbeschichtungen wie Beton- oder Sturmoptik oder Spachteltechniken derzeit sehr gefragt.“ Zudem sieht Strauß einen Trend zur eher schlichten, dezenten Farbgebung, wodurch der Wandgestaltung mit Möbeln oder Bildern mehr Raum gegeben wird. So sind beispielsweise seit längerer Zeit Grautöne jeglicher Art gefragt, weil sie mit jeglichen Farben zu kombinieren sind. Ein weiterer Trend, der immer mehr im Kommen ist, ist laut Strauß die Verwendung unterschiedlicher Weißtöne, wie zum Beispiel ein Altweiß für die Wände in Kombination mit einem Reinweiß für die Decke. „Wir haben eine Farbkarte mit über 20 verschiedenen Farbtönen, aus denen unsere Kunden wählen können. Wenn verschiedene Farbtöne kombiniert werden sollen, ist es wichtig, dass Sie sich von Ihrem Sättigungsgrad bzw. Helligkeitsgrad klar unterscheiden, damit es nicht zu einem Flimmern kommt.“

Farbgestaltung nach Bemusterung durch den Malermeister: Hellgraue bzw. hellblaue Wand und eine weiße Wand.
Foto: Müller & Weißling
Farbgestaltung mit Profi-Unterstützung: Malerarbeit in einer alten Stadtvilla nach einer Vollsanierung. Kombination von Weiß und Braun.
Foto: Müller & Weißling
Klassische Malerarbeit, die nach einer Bemusterung erfolgte. Hellblaue und weiße Wände prägen die Farbgestaltung in einem Zimmer mit Hängelampen.
Foto: Müller & Weißling

Möchten auch Sie Ihre Wohnwände farblich gestalten? Dann vertrauen Sie bei der Farbberatung auf echte Profis, wie dem Malereibetrieb Müller & Weißling. Ob und wie gut Ihre (neuen) Möbel zu einer farblichen Wand passen, besprechen Sie am besten mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Filialen.